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Gruppenfoto des Leistungskurses Politik und Gesellschaft in Straßburg

Vom 23. bis 26. April verbrachten wir einige abwechslungsreiche und eindrucksvolle Tage in Straßburg. Unser Ziel war der Besuch des Europaparlaments. Schon bei unserer Ankunft in Kehl, in dem unsere Unterkunft lag, begeisterte uns der schöne Ort mit seiner Lage inmitten der Rhein-Flusslandschaft, die unserer Fahrt einen besonderen Rahmen verlieh. Auch der Gang über die Grenzbrücke nach Frankreich blieb uns in besonderer Erinnerung. Diese Verbindung zwischen zwei Ländern und Kulturräumen wurde bereits in dem Lied „Grenzgänger“ von Zweierpasch besungen und machte für uns auf anschauliche Weise erfahrbar, wie eng die Regionen beiderseits des Rheins miteinander verbunden sind.

Am nächsten Tag machten wir uns auf den Weg nach Straßburg. Dort erwartete uns eine interessante Stadtführung mit historischen und politischen Schwerpunkten. Besonders eindrucksvoll war die wechselvolle Geschichte der Stadt in den vergangenen 200 Jahren: Straßburg wurde vielfach zerstört oder besetzt und wechselte im Laufe seiner Geschichte immer wieder die politische Zugehörigkeit. Gerade dadurch wurde deutlich, welche besondere Bedeutung die Stadt als Grenzraum und zugleich als Ort der Verständigung in Europa besitzt.

 

Während der Führung erhielten wir einen anschaulichen Überblick über die verschiedenen Stadtteile Straßburgs. Wir lernten die Altstadt kennen, sahen die Neustadt, die von Berliner Architekten mitgeprägt wurde, und besuchten schließlich auch das Europaviertel. Dort konnten wir bedeutende europäische Institutionen aus nächster Nähe sehen, darunter das Europäische Parlament, den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte und den Europarat. Auf diese Weise wurde die politische Bedeutung Straßburgs für uns unmittelbar greifbar.

Nach der Stadtführung war eine wohlverdiente Pause willkommen, bevor ein weiterer Höhepunkt auf dem Programm stand: eine Bootsfahrt durch Straßburg. Besonders schön und beeindruckend war die Fahrt durch das malerische Viertel La Petite France mit seinen Fachwerkhäusern und durch die Kanäle der Stadt. Vom Wasser aus bot sich uns noch einmal ein ganz eigener Blick auf Straßburg und seine besondere Atmosphäre.

Am folgenden Tag erwartete uns schließlich ein besonderes Highlight der Fahrt: der Besuch des Europäischen Parlaments. Schon das Gebäude selbst beeindruckte uns sehr. Mit seiner modernen, fast futuristischen Gestaltung, den offenen Formen und den vielen grünen Pflanzen im Inneren wirkte es zugleich repräsentativ und einladend. Die luftige Architektur vermittelte in besonderer Weise Werte wie Transparenz, Offenheit und Vielfalt, die auch mit der Arbeit der europäischen Institutionen verbunden werden.

Ein besonderer Programmpunkt war unsere Teilnahme an einem Planspiel, das sehr realistisch gestaltet war und uns einen lebendigen Einblick in die politische Arbeit der Europäischen Union ermöglichte. Dabei mussten wir uns in verschiedenen Rollen mit zwei EU-Richtlinien auseinandersetzen: zum einen mit Maßnahmen zum Schutz vor digitaler Gewalt, zum anderen mit einer höheren Steuer auf klimaschädliche Lebensmittel. Die Simulation orientierte sich eng an realen europäischen Gesetzgebungsverfahren. Neben der Beratung in den einzelnen Fraktionen kam es auch zu Debatten im Plenum sowie zu Verhandlungen mit dem Rat der Europäischen Union. Auf diese Weise konnten wir nachvollziehen, wie komplex politische Entscheidungsprozesse auf europäischer Ebene sind und wie viele Perspektiven dabei berücksichtigt werden müssen.

Für uns war dieser Tag besonders eindrucksvoll. Viele Schülerinnen und Schüler zeigten sich sehr beeindruckt von der Atmosphäre im Parlament und von der Möglichkeit, politische Prozesse selbst aktiv nachzuvollziehen. Das Planspiel erwies sich als kurzweilig, anspruchsvoll und zugleich motivierend. Entsprechend groß war die Begeisterung über diesen Einblick in europäische Politik, die dadurch deutlich anschaulicher und greifbarer wurde.

Abgerundet wurde der Tag durch ein gemeinsames Abendessen, bei dem wir die zahlreichen Eindrücke noch einmal miteinander teilen und die Erlebnisse der vergangenen Tage Revue passieren lassen konnten. Am nächsten Tag traten wir schließlich die Heimreise an.

Insgesamt blicken wir auf eine rundum gelungene Fahrt zurück. Die Stimmung in der Gruppe war durchweg sehr positiv, und wir nehmen nicht nur schöne gemeinsame Erinnerungen mit, sondern auch viele neue Eindrücke und Erkenntnisse über Geschichte, Kultur und Politik in Europa. Unser besonderer Dank gilt den Lehrkräften Herrn Hoyer und Frau Nürnberger-Schütz für die engagierte Organisation und Begleitung der Fahrt. Wir kehrten mit tollen Eindrücken zurück und sind nun sicherlich auch in Zukunft noch besser über Europa informiert.