Die Anfänge der Sandlerbräu lagen im Kommunbrauhaus. Dort braute Lorenz Sandler abwechselnd mit circa 50 anderen Personen Bier. Hier hatte er aber nur begrenzte Zeitfenster zum Brauen zur Verfügung. Sandler wollte brauen, wann er wollte und benötigte mehr Platz. Deshalb stellte er im Jahr 1823 einen Antrag auf Genehmigung zur Errichtung eines eigenen Brauhauses. Er konnte sein Vorhaben jedoch zunächst nicht realisieren und musste weiterhin im Kommunbrauhaus brauen. Sein eigenes Brauhaus konnte er schließlich im Jahr 1850 in der Fischergasse errichten.
Die Sandlerbräu war die erste Brauerei mit Bierexport ins Ausland. Am 11.10.1831 wurde das erste Fuhrwerk nach Sachsen geschickt. Eine außerordentliche Leistung und hohes geschäftliches Risiko für diese Zeit, da sich das damalige Bier nicht lange ungekühlt gehalten hat und auf einem Pferdefuhrwerk eine Kühlung kaum möglich war. Dies änderte sich erst mit dem Anschluss Kulmbachs an die Ludwig Süd-Nord Bahn 1846. In Waggons konnten die Bierfässer mit Eis gekühlt werden.
Die Brauerei vergrößerte sich immer weiter, sodass man bereits 1873, als erste Brauerei Kulmbachs, Bier nach New York exportieren konnte. Die Nachfrage nahm immer weiter zu und die bisherigen Räumlichkeiten reichten bald nicht mehr aus, weshalb man ab 1880 über den Bau von neuen Anlagen nachdachte. 1881 errichtete man auf dem späteren Sandlergelände am Grünwehr, welches man schon früher angekauft hatte, schließlich eine Kelleranlage, die bessere Lagerbedingungen für das gebraute Bier bot. Das Sudhaus und der Gärkeller verblieben zunächst im alten Brauhaus in der Fischergasse. Fünf Jahre später, 1886, folgte die neue Sudhaus-Anlage, wodurch die Brauerei auch technisch auf den neuesten Stand gebracht wurde. Als diese fertiggestellt war, stellte man den Betrieb im alten Brauhaus endgültig ein. Somit war die gesamte Brauerei nun im Neubau am Grünwehr ansässig.
Auch danach blieb die Brauerei in ständiger Entwicklung. 1893 wurde der Betrieb um eine Büttnerei und ein Fässerlager erweitert. Ein Jahr später, 1894, kam zusätzlich eine Mälzerei hinzu, wodurch nun auch der wichtige Rohstoff Malz selbst hergestellt werden konnte. Schließlich wurde die Brauerei 1901 in die Sandlerbräu GmbH umgewandelt und vergrößerte sich 1921 zur Sandlerbräu AG. In den folgenden Jahren steigerte sich der Bierexport von 32.383 hl 1915, über 57.557 hl 1930, bis hin zu 200.959 hl 1963/64 immer weiter. Zwischenzeitlich gab es aber Einbrüche während der beiden Weltkriege. Man verpasste hier allerdings die Gelegenheit, die Brauerei durch Investitionen auf dem neuesten Stand zu halten. Dadurch veralteten die Produktionsanlagen zunehmend. Parallel stieg der Wettbewerbsdruck durch die anderen Kulmbacher Brauereien immer weiter an.
So kam es dazu, dass sich die wirtschaftliche Situation der Sandlerbräu zunehmend verschlechterte, sodass die Sandlerbräu 1970 schließlich an den Oetker-Konzern verkauft wurde. Aber auch nach der Übernahme änderte sich an der wirtschaftlichen Situation der Brauerei relativ wenig, sodass der Konzern die Sandlerbräu 1980 an die Reichelbräu weiterverkaufte. Diese führte dann die Produktion des Sandler-Bieres an ihrem eigenen Standort weiter. Das nun überflüssige Gelände mit den veralteten Produktionsanlagen wurde daraufhin für vier Millionen Mark an die Kulmbacher Städtebau GmbH verkauft. Diese erhielt im Anschluss vom Stadtrat den Auftrag, auf dem Gelände Platz für ein Wohngebiet zu schaffen. In Folge dessen wurden die ehemaligen Gebäude der Sandlerbräu ab 1986 abgerissen. Links des Mains sollten Wohnungen entstehen, rechts des Mains ein neuer Festplatz. Dieser würde deutlich mehr Platz und Möglichkeiten bieten als der bisherige an der Luitpoldstraße. Durch die relativ schnellen Abriss- und Umbauarbeiten konnte das erste Volksfest am ehemaligen Sandlergelände bereits 1986 stattfinden. Der Bau der noch heute existierenden Wohnungen am Grünwehr begann schließlich im Jahr 1990.