Am 20. November 2025 machten sich zehn interessierte Schülerinnen und Schüler aus den Ethikkursen der 13. Jahrgangsstufe auf den Weg zur Otto-Friedrich-Universität Bamberg, um mit anderen oberfränkischen Gymnasien am dort alljährlich gefeierten Welttag der Philosophie teilzunehmen. Im Zentrum der Veranstaltung stand diesmal das von der britischen Philosophin Miranda Fricker geprägte Konzept der „epistemischen Ungerechtigkeit“: Die Gruppe setzte sich also intensiv mit der Frage auseinander, warum bestimmten Personen oder Gruppen – etwa aufgrund von Geschlecht, Herkunft oder sozialem Status – systematisch weniger Glaubwürdigkeit zugesprochen wird und welche Folgen dieses erkenntnistheoretische Ungleichgewicht für unsere Gesellschaft hat.
Den inhaltlichen Auftakt bildete ein Impulsvortrag von J.-Prof. Dr. Silvia Jonas. Unter dem Titel „Wissen ist Macht – aber nicht alle werden gehört. Frauen und andere Minderheiten in der Wissensgesellschaft“ analysierte die aktuelle Juniorprofessorin für Philosophie in Bamberg Mechanismen der Ausgrenzung und legte ihren Zuhörern Miranda Frickers Kerngedanken auf verständliche und eindrückliche Weise dar.
Während Herr Schoder die Gelegenheit offiziell zum fachlichen Austausch, inoffiziell zum Kuchenessen mit den anderen begleitenden Lehrkräften nutzte, waren im zweiten Teil die Schüler selbst gefordert: Unter Anleitung von Lehramtsstudierenden der Universität Bamberg diskutierten sie in Kleingruppen Folgefragen zum Vortrag.
Als wir am Abend in den Zug zurück nach Kulmbach stiegen, war es bereits dunkel. Alle Beteiligten genossen die eintägige Auszeit aus dem Klausurenphasen-Trubel, die inhaltliche Auseinandersetzung mit einem wenig prominenten, aber wichtigen Thema und vor allem die spannenden Begegnungen mit anderen philosophisch interessierten jungen Menschen.