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  • Exkursion des Leistungsfaches Geschichte zum Dokumentationszentrum Reichsparteitaggelände

Das Leistungsfach Geschichte unternahm am 16.07.2025 einen Ausflug zum Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände in Nürnberg. Ziel dieser Exkursion war es, die Propaganda des Nationalsozialismus besser zu verstehen und die historischen Dimensionen des Geländes vor Ort kennenzulernen.
Zu Beginn erhielten die Schülerinnen und Schüler eine Einführung in die Geschichte des Reichsparteitagsgeländes. Dieses wurde in den 1930er-Jahren von den Nationalsozialisten als monumentale Kulisse für ihre Parteitage errichtet. Auf dem mehrere Quadratkilometer großen Areal fanden zwischen 1933 und 1938 die Reichsparteitage statt, die mit aufwendigen Inszenierungen und Massenveranstaltungen der Selbstdarstellung und Machtdemonstration des Regimes dienten.
Besonders beklemmend wirkte die unvollendete Kongresshalle, die nach antiken Vorbildern geplant war und als größtes Versammlungsgebäude der Welt gelten sollte. Hier konnte auch eine aktuelle Baumaßnahme beobachtet werden: Während der Sanierung wird die Nürnberger Staatsoper in ein Interimsgebäude innerhalb der Kongresshalle einziehen. Dieses besteht aus einem umgebauten Teil des Rundbaus und einem zusätzlichen Neubau im Innenhof, der als Spielstätte dient. Auf den ersten Blick wirkte diese Nutzung etwas befremdlich, doch es wurde erklärt, dass sie ein bewusstes Zeichen für kulturelle Vielfalt und demokratische Offenheit an einem Ort darstellt, der einst für totalitäre Propaganda geschaffen wurde.
Anschließend begaben sich die Schülerinnen und Schüler auf das Außengelände. Dort wurde das Zeppelinfeld mit der Zuschauertribüne besichtigt, auf der Adolf Hitler seine Reden hielt. Das sogenannte Märzfeld war für riesige Militärparaden geplant und sollte Platz für über 250.000 Zuschauer bieten. Obwohl es nie vollendet wurde, veranschaulichen die erhaltenen Reste bis heute die gigantischen Dimensionen, mit denen das NS-Regime seine Macht demonstrierte.
Die unmittelbare Begegnung mit den monumentalen Überresten der NS-Architektur machte eindrücklich bewusst, wie gezielt das nationalsozialistische Regime Propaganda, Architektur und Masseninszenierungen einsetzte, um seine Macht zu festigen. Gleichzeitig wurde deutlich, wie wichtig eine kritische Auseinandersetzung mit dieser Vergangenheit ist und welche Bedeutung eine lebendige Erinnerungskultur für die Gegenwart hat.

OStRin Susanne Striegl