Vorspielabend: kleines Konzert, große Talente

Es war ein Konzert im kleinen Rahmen, ganz ohne Mikrophon und Verstärkeranlage, aber mit einem sehr interessierten Publikum, einem musikalisch anspruchsvollen Programm und einer großen Anzahl von sehr engagierten Musikern.

Ein Streicherensemble unter der Leitung von Dörte Vaihinger-Görg eröffnete mit einem Titel aus dem Kinofilm "Fluch der Karibik" den Konzertabend. Engagiert und bereits mit kräftigem Strich präsentierten sich dabei die jungen Musiker zusammen mit ihrer Lehrerin und gaben einen Einblick in die wertvolle pädagogische Aufbauarbeit im Streicherbereich.

Im weiteren Verlauf des Abends waren die Geigenspieler der Schule auch solistisch oder in kammermusikalischer Besetzung zu hören, wobei sich alle perfekt vorbereitet zeigten. Maria Rauh spielte – bereits weit fortgeschritten – mit Brillanz ein Allegro aus einem Violinkonzert von Antonio Vivaldi, Harriet Hahn interpretierte mit klassischer Eleganz und musikalischer Feinfühligkeit einen Satz aus dem Violinkonzert in G-Dur von Joseph Haydn.

Insgesamt bewegte sich das Niveau des Abends unabhängig von der Altersgruppe auf einem hohen Niveau. Ofeliya Guliyeva aus der fünften Klasse demonstrierte große Fingerfertigkeit auf dem Klavier, während Siebtklässler Caspar Schweens mit großer musikalischer Präsenz auf der Trompete spielte. Laura Weiß, Rosina Tröster und Anne Graßmann aus den höheren Jahrgangsstufen zeigten in ihrer musikalischen Interpretation schon beachtliche Leistungen.

Harmonisch und gut im Zusammenspiel gestalteten sich einige Beiträge in kleiner Besetzung. So spielte das Orchester ganz ohne Dirigenten, aber dennoch musikalisch sehr exakt, und bewies damit eindrucksvoll die Homogenität und Musizierfreude des Ensembles. Auch die Cellisten, zum Teil begleitet von Musikschullehrer Walter Schleicher, erhielten für ihre im Duett dargebotenen, musikalisch ausgereiften Aufführungen zu Recht großen Applaus. Zu Herzen gehend sang Lea Schneider "Halleluja" von Leonard Cohen, wobei sie von Oliver Ebert mit großer Sensibilität am Klavier begleitet wurde.

Fulminant und expressiv gestalteten Diane Ernst und Fiona Friedrich schließlich an zwei Klavieren den Abschluss. Mit der "Armenischen Rhapsody" von Alexander Arutjunjan stellten sie ihr großes Können unter Beweis, das auch die Jury von "Jugend musiziert" überzeugt hatte. Die beiden Pianistinnen waren beim Regionalentscheid mit einem 1. Preis inklusive Weiterleitung zur Landesebene ausgezeichnet worden.
So hatte dieses "kleine" Konzert mit seinen so individuellen Musikinterpretationen eines eindrucksvoll bewiesen: Die Ausbildung auf musikalischem Gebiet ist für die Persönlichkeitsentwicklung von Jugendlichen von unschätzbarem Wert. Die Leistungen waren – wie Oberstudiendirektorin Ulrike Endres es eingangs nach der Filmmusik von "Fluch der Karibik" erwähnt hatte – schon "Oscar verdächtig".

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