W-Seminar Geschichte: Berlin-Exkursion Q11

2018 03 13 g exkursion berlin teaser

Die Fahrt unseres W-Seminars Geschichte der diesjährigen Q11 am Caspar-Vischer-Gymasium begann gemeinsam mit den Seminaren von Herrn Hoyer und Herrn Schoberth am 1. März 2018 um 8:15 Uhr am Hundsanger.

Nach einer fünfstündigen Fahrt (incl. Pause) kamen wir an unserem ersten Ziel, dem Haus der Wannsee-Konferenz, an. Die Fabrikantenvilla wurde von 1941-1945 als Gäste- und Tagungshaus der SS genutzt. Am 20.Januar 1942 besprachen fünfzehn hochrangige Vertreter der SS, der NSDAP und verschiedener Reichministerien die Kooperation bei der geplanten Deportation und Ermordung der europäischen Juden. Heute bietet dieser historische Ort die Möglichkeit, neben einer Ausstellung auch noch eine umfangreiche Bibliothek, in der wir bereits einige Werke zu unseren jeweiligen Themen für die Seminararbeit ausfindig machen konnten, besuchen zu können. Nach diesem bedrückenden aber dennoch interessanten Programmpunkt unserer Reise konnten wir schließlich unsere Zimmer, im A&O Hostel in Berlin Mitte, beziehen. Danach hatten wir den restlichen Abend Zeit für uns, und damit die Möglichkeit, Berlin bei Nacht zu erkunden.

Am Freitag, d. 2. März, fuhren wir nach dem Frühstück um 9 Uhr am Hotel Richtung Brandenburg los, um die Gedenkstätte Sachsenhausen zu besichtigen. Dort wurde 1936 das Konzentrationslager Sachsenhausen von Häftlingen aus den Emslandlagern errichtet. Die Führung begann um 10:30 Uhr mit Informationen über die Geschichte des Lagers. Wir besichtigten das ehemalige Führungsgebäude, das Eingangstor mit der Aufschrift „Arbeit macht frei“, das weitläufige Gelände und die noch existierenden Baracken. Auf einigen Tafeln im Gebäude des Eingangstors konnten wir verschiedene Informationen über die einzelnen Offiziere, Opfer und Waffen nachlesen. In einer Baracke sahen wir eine nachgebildete Einrichtung und im ehemaligen Krankentrakt hatten wir dann Zeit zu verschnaufen und etwas zu essen. Danach konnten wir in Gruppen mit Hilfe der Ausstellung „Medizin und Verbrechen 1936 bis 1945“ Themen, wie zum Beispiel Kastration, Krankenmord, Sterilisationen, Gelbsucht etc., bearbeiten. Die Ergebnisse stellten wir dem Kurs vor. Wieder draußen in der Kälte liefen wir am ehemaligen Galgenplatz und an dem Obelisken zum Krematorium. Dieses ist weitgehend zerstört.

Danach machten wir uns auf den Weg zurück zum Bus. Unser netter Busfahrer Jürgen fuhr uns zuverlässig nach Berlin, um uns dort am Brandenburger Tor, Alexanderplatz oder am A&O Hostel abzusetzen. Nun konnten wir unsere Freizeit beliebig nutzen. Dabei entstanden einige tolle Bilder vom Brandenburger Tor bei Sonnenuntergang und es wurde sicherlich einiges an Geld beim Shoppen ausgegeben. ☺

Um 19 Uhr trafen sich alle Kurse im italienischen Restaurant „Rosmarin“ zum gemeinsamen Abendessen. Nach einigen Komplikationen mit dem Essen waren alle satt und zufrieden. Eigenständig fuhren wir zurück zum Hotel und hatten den Abend zur freien Verfügung. Einige von uns saßen noch mit den Lehrern in der modernen Hotellobby und ließen den Tag ausklingen.

Der Tag war für uns sehr anstrengend, da wir viel in der Kälte unterwegs gewesen waren und die Themen einiges an Nerven kosteten. Es war trotzdem sehr interessant und informativ.

Am dritten Tag hieß es für uns Abschied nehmen und Sachen packen, bevor wir dann ein letztes Mal im Hostel gefrühstückt haben. Danach sind wir per Bus zur Ausstellung „Topographie des Terrors“ gefahren. Leider waren wir etwas spät dran, sodass von der einstündigen Führung nur noch 45 Minuten übrigblieben. Jedoch haben wir auch in dieser Zeit sehr viele interessante Dinge über die Machtergreifung der Nationalsozialisten und die Dreiteilung der „Polizei“ im „Dritten Reich“ erfahren. Diese war in Gestapo, SS und in die „Normale Polizei“ unterteilt. Dabei waren Aufgaben und Funktionen klar voneinander getrennt: So war die Gestapo hauptsächlich für die Verhaftung und Überwachung politischer Gegner zuständig, die Schutzstaffel für Bestrafung und die „Normale Polizei“ war zunächst für die Einhaltung der Straßenordnung zuständig, später jedoch waren sie mitverantwortlich für die rund zwei Millionen getöteten Juden in Osteuropa. Anschließend konnten wir selbstständig die Ausstellung besichtigen, bevor es dann gegen 14.00 Uhr wieder nach Hause ging.

Eine insgesamt sehr interessante, aber auch zum Nachdenken anregende Exkursion, ging hiermit zu Ende.

Verfasst von Kai Philipp, Jonas Preußinger, Laura Tremer, Emi Zietz, Carla Christoph, Luise Heckel, Sarah Schilge, Maike Gutzeit und Jessica Hübner

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