Das Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Gymnasium mit sozialwissenschaftlichem Schwerpunkt (WSG-S)

Ziele und Schwerpunkte des sozialwissenschaftlichen Zweigs

Mit der Einführung des G8 und mit dem entsprechenden Lehrplan fand für den WSG-S-Zweig erneut eine Schärfung des Profils statt. War schon zuvor das Fach Hauswirtschaft weggefallen, ist nun auch die naturwissenschaftliche Ausrichtung des Zweigs mit dem Fach Chemie als Schwerpunkt gestrichen worden. Jetzt findet eine deutliche Konzentration nur auf die sozialwissenschaftlichen Fächer Sozialkunde und Sozialpraktische Grundbildung als Profilfächer statt.

Während Sozialkunde grundlegende Kenntnisse im gesellschaftlichen und politischen Bereich bereitstellt, bietet die Sozialpraktische Grundbildung die Möglichkeit, sich intensiv praxisorientiert mit wichtigen sozialen Fragestellungen auseinander zu setzen. Ergänzt wird dies durch die erhebliche Rolle der Fächer Wirtschaft und Recht sowie Geschichte.

Dieser reformierte sozialwissenschaftliche Zweig kann wohl mehr als andere Zweige die einleitend im neuen Lehrplan geforderten gymnasialen Ziele umsetzen, nämlich nicht nur vertieftes Grundlagenwissen zu vermitteln, sondern auch "Wertorientierung", "Verantwortung" sowie "Persönlichkeitsentwicklung" zu fördern.

Beide Fächer – Sozialkunde und Sozialpraktische Grundbildung – sollen also wesentlich an der Erziehung zu einer verantwortlichen Mitwirkung in der Demokratie und zu sozialer Wertorientierung beitragen. Sie bieten ein modernes schulisches Angebot, das sich an den Veränderungen in der Berufswelt orientiert und darauf vorbereitet, speziell im Hinblick auf den immer bedeutender werdenden Dienstleistungssektor, in dem die erzieherischen und sozialpflegerischen Berufe sehr wichtig sind.

Praxisbezug des sozialwissenschaftlichen Zweigs

Gerade die neuen Ansätze in der Schulentwicklung, nämlich Schlüsselqualifikationen wie Teamfähigkeit und Methodenkompetenz in der Unterrichtsarbeit abzusichern, werden durch den sozialwissenschaftlichen Zweig in hervorragender Weise erfüllt. Vor allem das Fach Sozialpraktische Grundbildung setzt dabei ganz intensiv auf bestimmte Arbeitsformen, die nicht selten außerhalb des Schulorts umgesetzt werden sollen. Um eine praxisnahe Unterrichtsgestaltung zu erreichen, werden häufig Erkundungen bei außerschulischen Einrichtungen, Organisationen und Betrieben durchgeführt.

Ein ganzheitlicher schülerorientierter Ansatz mit fächerübergreifendem Lernen im Unterricht ist für die in diesem Zweig so typische Projektarbeit selbstverständlich. So werden die interessanten Themen des Lehrplans vornehmlich in Projekten erarbeitet, und die Ergebnisse werden – die Mittel der Informationstechnologie wie Internet und Computerdarstellung nutzend – oft multimedial präsentiert.

Markenzeichen des Zweiges ist aber insbesondere die Verknüpfung mit den verpflichtend zu leistenden und von der Schule betreuten Praktika. In diesen Praktika findet – und das ist einmalig in der gymnasialen Ausbildung Bayerns – sehr früh eine erste und in der Schule reflektierte Begegnung mit der Berufswelt statt.

Diese Praktika umfassen insgesamt 15 Wochentage und sind im Block oder aufgeteilt in den verschiedenen Klassen abzuleisten. Sie können sowohl außerhalb der Schule (im sozialen Bereich, z. B. im Kindergarten (8.), im Medienbereich z. B. in einem Zeitungsverlag (9.) und wieder im sozialen Bereich, z. B. im Altenheim (10.)), oder auch innerhalb der Schule, z. B. in der Tutorenausbildung (8.), im Sternwartenpraktikum (9.) bzw. in der Ganztagesbetreuung (10.)) absolviert werden.

Stundentafel des sozialwissenschaftlichen Zweigs

Die gymnasialen Zweige beziehen sich ausschließlich auf die Jahrgangsstufen 8 bis 10, sie sind für Schüler und Schülerinnen offen, sie unterscheiden sich in höchstens vier Wochenstunden – alle anderen Wochenstunden, wie etwa Geschichte oder Chemie, sind in allen Zweigen gleich – und sie führen alle zur „Allgemeinen Hochschulreife" (Abitur):

Praktika

Markenzeichen des Wirtschafts- und sozialwissenschaftlichen Gymnasiums mit sozialwissenschaftlicher Ausrichtung (WSG-S) ist insbesondere die Verknüpfung mit den verpflichtend zu leistenden und von der Schule betreuten Praktika. In diesen Praktika findet – und das ist nach wie vor einmalig in der gymnasialen Ausbildung Bayerns – sehr früh eine erste und in der Schule reflektierte Begegnung mit der Berufswelt statt.

Diese Praktika umfassen insgesamt 15 Wochentage und sind aufgeteilt in den verschiedenen Jahrgangsstufen abzuleisten. Sie können am CVG zum Teil sowohl außerhalb der Schule oder auch (zumindest zum Teil) innerhalb der Schule absolviert werden. Sie finden teils in den Ferien bzw. der unterrichtsfreien Zeit, teils während der Schulzeit statt.

Am CVG wird folgendes Modell umgesetzt:

8. Jahrgangsstufe: 2 Praktikumstage

Vorwiegend als Schulpraktikum als Tutor oder Mediator; im Schulsanitätsdienst oder in der Hausaufgabenbetreuung in der Ganztagsschule am CVG etc.

Lehrplanbezug: Engagement für die Gemeinschaft

Alternative: eventuell ein externes 2-tägiges „Schnupperpraktikum" in einer sozialen Einrichtung

9. Jahrgangsstufe: 4 Praktikumstage (z. B. eine Woche in den Osterferien)

4- tägiges Kurzpraktikum im Kindergarten, in Einrichtungen der Kinder- und Jugendarbeit, in schulvorbereitenden Einrichtungen usw.

Oder: Tutoren- oder Mediatoren- oder Schulsanitätstätigkeit während des Jahres

Auch: qualifizierte, regelmäßige ehrenamtliche Tätigkeit in der Jugendarbeit (mit Ausbildung)

Lehrplanbezug: Kindheit und Entwicklung

Oder: 4-tägiges Kurzpraktikum in einer Redaktion einer Tageszeitung oder eines Radiosenders, in der Öffentlichkeitsarbeit von Kommunen, Betrieben und Organisationen

Lehrplanbezug: Aspekte der Informationsgesellschaft

Alternative: statt des externen Praktikums in der unterrichtsfreien Zeit ein Schulpraktikum wie z. B. das Projekt "Lernen lernen"

10. Jahrgangsstufe: 9 Praktikumstage (mit 4 Tagen in den Osterferien und einer Schulwoche nach den Osterferien)

9-tägiges Blockpraktikum als Sozialarbeit in pflegerischen, sozialpflegerischen oder therapeutischen Einrichtungen für Menschen mit Handicap (Altenheim, Behinderteneinrichtung, Krankenhaus oder andere soziale Einrichtungen), als Sozialarbeit in Sozial– und Jugendämtern oder in Betrieben mit sozialer Ausrichtung (z. B. Tafeln) etc.

Lehrplanbezug: Der Mensch in der Arbeitswelt bzw. Herausforderungen und Chancen sozialer Arbeit

Alternative: statt des externen Praktikums in den Ferien ein Schulprojekt wie etwa eine Nachhilfebetreuung zum Beispiel im Geschwister-Gummi-Heim etc., für das 4 Tage angerechnet werden, sowie das verpflichtend abzuleistende externe, dann aber nur 5-tägige Blockpraktikum in der Schulwoche nach den Osterferien

Projekte am Sozialwissenschaftlichen Gymnasium

Alle Themen der Sozialpraktischen Grundbildung eignen sich für die für das Fach so kennzeichnende Projektarbeit und ermöglichen so einen ganzheitlichen, schüleraktivierenden Unterricht mit fächerübergreifendem Lernen, weil der Lehrplan auch den zeitlichen Raum dafür bereitstellt.

So werden viele interessante Themen des Lehrplans vornehmlich in Projekten erarbeitet, was nicht selten auch außerhalb der Schule umgesetzt werden muss. Die Ergebnisse werden – die Mittel der Informationstechnologie wie Internet und Computerdarstellung nutzend – oft multimedial präsentiert. Damit werden zusätzliche Chancen eröffnet, theoretische Kenntnisse, praktische Erfahrungen und eigene Erfahrungen miteinander zu verbinden. Mit diesen handlungsorientierten Methoden lassen sich zudem wichtige soziale Kompetenzen ausbilden.

Gerade das Fach „Sozialpraktische Bildung" im WSG-S konnte immer wieder einen wesentlichen Beitrag zum Schulprofil des Caspar-Vischer-Gymnasiums leisten:

So wurde bereits mehrfach das Projekt "Treffpunkt Zeitung" mit der Bayerischen Rundschau durchgeführt oder verschiedene Umfrageprojekte, etwa zu den ausschlaggebenden Schulwahlkriterien, zur Pausenverpflegung am CVG, zum ehrenamtlichen Engagemant oder zur Gewalt an Kulmbacher Schulen, umgesetzt. Auch die diversen Nachhilfeprojekte haben am CVG bereits eine gewisse Tradition.

Großes Aufsehen und starke öffentliche Resonanz hat beispielsweise das Projekt "Kinderspielplätze in Kulmbach" erzeugt. Als schulinternes Praktikum ist das Projekt Pausenverpflegung zu nennen – oder auch das "Sternwartenpraktikum", das bereits mehrere Male für Kindergartenkinder angeboten wurde. Charakteristisch ist darüber hinaus die enge Zusammenarbeit mit der Karl-Herold-Seniorenwohnanlage, zum Beispiel mit den Projekten "Rollstuhlführerschein" oder "AWO-CVG & Co".

Geradezu zukunftsweisend ist das Projekt für die Nachmittagsbetreuung, in der in Zusammenarbeit mit dem Geschwister-Gummi-Heim unsere Schülern und Schülerinnen aus dem WSG-S die jüngeren Schüler am CVG sinnvoll betreuen.

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